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Mohammad Saved From the Waters


2013 DOK Leipzig, Internationales Programm Dokumentarfilm
Frankreich, Ägypten, Deutschland | 2012 | 93 Minuten | arabisch | englische Untertitel | Europäische Premiere
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Mohammad Saved From the Waters | Mohammad sauvé des eaux

KATALOGTEXT
Der Nil, Wiege der ägyptischen Kultur, sollte eine sanfte Mutter sein, sagt die in Frankreich lebende Regisseurin und Autorin Safaa Fathy über ihr Heimatland. Doch der Nil ist ein alter, kranker Mann, gedemütigt durch jene, die ihm ihr Leben verdanken. Der Fluss ist verseucht, die Krankenhäuser überfüllt mit Dialyse-Patienten, die kaum noch versorgt werden können. Wie Mohammad, Safaas Bruder. Sein Nierenleiden zernagt seine Gesundheit immer mehr. Doch eine Transplantation kommt für ihn aus ethischen Gründen nicht infrage, denn die Organe sind Gottes Geschenk.
Der Schwester, die ihn mit der Kamera begleitet, fällt es schwer, das zu akzeptieren. Er ist 42, hat zwei Kinder und sucht täglich nach einer neuen Hoffnung. Am Vorabend der Revolution stirbt er. Doch die Geschichte geht weiter, postum, als Dialog zwischen Schwester und Bruder: „Es ist eine Schande, dass du mich filmst, wenn ich melancholisch bin.“ Die Abende auf dem Nil machen Mohammad schwermütig. Dort fühlt er sich wie ein Boot, das auf einem uferlosen Wasser treibt. Safaa wiederum erinnert sich an die Legende von Isis, die die Teile ihres zerstückelten Bruders Osiris aus ganz Ägypten aufsammelte. So versucht sie also, die Stücke zusammenzufügen, und dieses Ägypten und sein marodes Gesundheitswesen zu ergründen, das auch nach der Revolution komplett blockiert bleibt. Sie tut dies essayistisch, persönlich und politisch zugleich.

Lars Meyer
Credits
Originaltitel: Mohammad sauvé des eaux
Land: Frankreich, Ägypten, Deutschland
Jahr: 2012
Sprache: arabisch
Untertitel: englische
Laufzeit: 93 Minuten
Format: HDcam
Farbe: Colour
Regie: Safaa Fathy
Produktion: Delphine Morel, Tamer El Said, Christian Popp
Kamera: Vincent Buron
Schnitt: Pauline Casalis
Ton: Mustafa Shaaban
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Annotationsverweis
Die Texte zu den Filmen in den Wettbewerbsprogrammen Dokumentarfilm und im Internationalen Programm wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.