Deutsch / English
Reset
v
v
v

Wo der Wind so kalt weht


2013 DOK Leipzig, Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm
Deutschland | 2013 | 80 Minuten | deutsch | englische Untertitel | Weltpremiere
Back to film list
Zurück
Wo der Wind so kalt weht | Wo der Wind so kalt weht

KATALOGTEXT
„In dem schönen Westerwald, ja da pfeift der Wind so kalt“, stimmt der Westerwälder gern mit feuchten Augen an. Aber es ist so eine Sache mit der Heimat in Deutschland, denn es war auch dieses Lied, das Wehrmachtssoldaten sangen, wenn sie gen Osten marschierten. Vielleicht gilt es deshalb fast als anstößig, sich – jenseits der Satire – der deutschen Provinz und ihrer meist als tümelnd empfundenen Vorstellung von Heimat filmisch zuzuwenden. Insofern beweist Janina Jung Mut, wenn sie sich in ihr Heimatdorf begibt – schon einmal wurde sie dafür mit einer Goldenen Taube geehrt – und sich den Blick weder von emotionaler Nähe noch von intellektueller Ferne verstellen lässt.
Vertrautheit aber ist spürbar, denn abgesehen von Impressionen aus dem Ort im Verlauf eines Jahres wurde ausschließlich am Küchentisch gedreht. An den bittet man keine Fremden und hier redet man Klartext. Jung hat verschiedene Dorfbewohner – alte und junge, Alteingesessene und Zugezogene, Deutsche und Migranten – zu den gleichen Themenkomplexen befragt: die Dorfgemeinschaft und wie sie sich wandelt, Natur und Landschaft, Geld und Beruf, Liebe und Ehe, Sprache, Tradition und Glauben. Mittels einer intelligenten Montage entsteht ein polyphones Stimmungsbild der deutschen Provinz im Jahr 2013. Voll komischer Momente ebenso wie bitterer, die mit dem sich durchziehenden Motiv des Fremden stets daran erinnern, wie problematisch sie ist: die Heimat.

Grit Lemke
Credits
Originaltitel: Wo der Wind so kalt weht
Land: Deutschland
Jahr: 2013
Sprache: deutsch
Untertitel: englische
Laufzeit: 80 Minuten
Format: DCP
Farbe: Colour
Produktion: Janina Jung, Herbert Schwering, KHM Köln
Regie: Janina Jung
Kamera: Janina Jung
Schnitt: Quimu Casalprim i Suárez
Buch: Janina Jung
Ton: Janina Jung
Website:
SHARE THIS FILM

Annotationsverweis
Die Texte zu den Filmen in den Wettbewerbsprogrammen Dokumentarfilm und im Internationalen Programm wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.