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Optical Axis


2013 DOK Leipzig, Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Russland | 2013 | 90 Minuten | russisch | englische Untertitel | Weltpremiere
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Optical Axis | Opticheskaya os


KATALOGTEXT
Um genauer zu erkennen, wie die postsowjetische Gesellschaft funktioniert, stellt man sie üblicherweise der sowjetischen gegenüber – oder zumindest jener Vorstellung, die in unseren Köpfen von ihr geblieben ist. Marina Razbezhkina, unumstrittene Altmeisterin im Fach Dokumentarfilm, geht einen anderen Weg. Sie überspringt die mystifizierte Zonenzeit und setzt unterschiedlichen sozialen Gruppen aus der Gegenwart („Klassen“ sagte man einst dazu) ihr historisches Ebenbild in Form lebensgroßer Fotografien vor – die Berufs- respektive Einkommensskala von unten nach oben, von Obdachlosen über Stripperinnen, Fabrikarbeiter, Handwerker, Ärzte, Altgläubige bis hin zu denjenigen, die eine Staatsbank aufsuchen, nämlich Juwelierinnen und Bauunternehmerinnen, Investoren und Münzsammler. Die Drehorte von heute und die Locations von damals, vor ziemlich genau 100 Jahren, sind dieselben: Nischni Nowgorod und Umgebung. Der Fotojournalist Maxim Dmitriev – das russische Pendant zu August Sander – „war verliebt in die Realität“, heißt es im Abspann anerkennend. Razbezhkina ist es auch. Welch Glück für ein Land, das ansonsten seine geschärften Linsen weitgehend eingebüßt und die optischen Achsen verstellt hat. Ein Modellfilm zudem: für alle, die immer schon wissen wollten, wie man das Soziale im Querschnitt präzise vermisst, ohne Rückgriff auf holprige Konzeptbrücken, dafür mit Hirn, Herz und Händchen.

Barbara Wurm
Credits
Originaltitel: Opticheskaya os
Land: Russland
Jahr: 2013
Sprache: russisch
Untertitel: englische
Laufzeit: 90 Minuten
Format: Beta DIGITAL (PAL)
Farbe: Colour
Regie: Marina Razbezhkina
Produktion: Marina Razbezhkina
Kamera: Denis Klebleev, Irina Uralskaya
Schnitt: Yury Geddert
Ton: Yury Geddert
Buch: Marina Razbezhkina
Website:
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Annotationsverweis
Die Texte zu den Filmen in den Wettbewerbsprogrammen Dokumentarfilm und im Internationalen Programm wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.