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Hazards


2013 DOK Leipzig, Internationales Programm Dokumentarfilm
Finnland | 2013 | 45 Minuten | finnisch | englische Untertitel | Internationale Premiere
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Hazards | Sattuman syyt

KATALOGTEXT
Zufälle bestimmen unser Leben. Das ist zumindest die Sichtweise, die sich Virke Lehtinen aufdrängt, als er sich die Bilder seines Lebens noch einmal vornimmt. Seit den 1960er Jahren hat er als Kameramann und Dokumentarfilmregisseur gearbeitet. In seinem Archiv gibt es genug Ereignisse, die sich quasi ungeplant hineinbelichtet haben. Ein brennendes Auto am Wegesrand, inmitten der verschneiten Nacht, ist eines davon. Die Aufnahme läuft stoisch weiter, während der Kameramann – Lehtinen – in die Szene springt, um zu helfen. Die Bilder verfolgen ihn. Ist wirklich alles Zufall? Welches Blatt wann vom Baum fällt, ob wir Krebs bekommen oder nicht – und woran wir uns erinnern? Denn hängt die Erinnerung nicht von unendlich vielen Komponenten ab?
Der Regisseur macht aus seiner These ein filmisches Prinzip, lässt sich von Bild zu Bild leiten und seinen Gedanken freien Lauf, während sich alles zu einem dichten Motivteppich verwebt. Im Hinterkopf des Betrachters mag der Gedanke entstehen, den der Erzähler im Epilog zum Kultfilm „Magnolia“ angesichts schier endloser Zufallsverkettungen äußert: „Und Sie wollen mir wirklich sagen, das ist Zufall? Bitte, das kann es doch nicht sein!“ Mit leiser Melancholie schafft Lehtinen einen kunstvollen Essay-Film über den schicksalhaften Zusammenhang von Zufall, Erinnerung und Filmbildern, der sich zugleich als eine Art Found-Footage-Autobiografie verstehen lässt.

Lars Meyer
Credits
Originaltitel: Sattuman syyt
Land: Finnland
Jahr: 2013
Sprache: finnisch
Untertitel: englische
Laufzeit: 45 Minuten
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Virke Lehtinen
Produktion: Virke Lehtinen
Kamera: Virke Lehtinen
Schnitt: Tuuli Kuittinen, Juuso Lavonen
Buch: Virke Lehtinen
Website:
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Annotationsverweis
Die Texte zu den Filmen in den Wettbewerbsprogrammen Dokumentarfilm und im Internationalen Programm wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.