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Everybody’s Child


2013 DOK Leipzig, Wettbewerb für junges Kino
UK | 2013 | 75 Minuten | englisch | englische Untertitel | Deutsche Premiere
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Everybody’s Child | Everybody’s Child


KATALOGTEXT
Kein makelloses Belegstück einer coolen No-Drugs-Kampagne, eher die Geschichte eines Malochers im Steinbruch des eigenen Lebens. Auch: Eine Reiseerzählung, wobei der äußere Radius dieser Reise relativ begrenzt ist. Selten bewegt sich Regisseur und Protagonist Garry Fraser in seinem Film weit weg aus Edinburgh, jener Stadt, die in den 1980er Jahren auch als Aids- und Drogen-Kapitale Europas fragwürdige Berühmtheit erlangte. Frasers Reise führt in die Innereien der eigenen Geschichte, denn sich selber sieht der Filmemacher als schlimme Ausgeburt dieses Ortes und dieser Zeit, die ihm wie ein Fluch anhängt, von dessen zerstörerischer Kraft er sich aber zu befreien sucht.
„Everybody’s Child“ ist ein schönes Beispiel für das Einfache, das schwer zu machen ist. Denn letztlich geht es für Fraser (und uns als Zuschauer) um ein existentielles Experiment: Ist der Verlauf von Geschichte(n) – der eigenen kleinen wie der großen und ganzen – in Stein gemeißelt und unveränderlich oder sind Abweichungen denk- und machbar? In diesem Sinne will „Everybody’s Child“ auch vorbehaltlos ein Kino- und kein Fernseh-Film sein. Während es nämlich zur Grundstrategie des Fernsehens gehört, Kompliziertes einfach zu machen, geht es (nach Hartmut Bitomsky) im Kino darum, am Einfachen das Komplexe herauszuarbeiten – eine hellsichtige Unterscheidung.

Ralph Eue
Credits
Originaltitel: Everybody’s Child
Land: UK
Jahr: 2013
Sprache: englisch
Untertitel: englische
Laufzeit: 75 Minuten
Format: DCP
Farbe: Colour
Produktion: Aimara Reques
Regie: Garry Fraser
Musik: Stuart Jackson
Kamera: Garry Torrance
Schnitt: Lee Archer
Buch: Lorna Hutcheon
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Annotationsverweis
Die Texte zu den Filmen in den Wettbewerbsprogrammen Dokumentarfilm und im Internationalen Programm wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.