Deutsch / English
Reset
v
v
v

Master of the Universe


2013 DOK Leipzig, Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm, Healthy Workplaces Film Award, Filmpreis "Leipziger Ring"
Deutschland, Österreich | 2013 | 88 Minuten | deutsch, englisch | englische Untertitel | Deutsche Premiere
Back to film list
Zurück
Master of the Universe | Master of the Universe


KATALOGTEXT
In einem menschenleeren Bankgebäude sitzt ein Mann. Als Investmentbanker machte er Millionen, jetzt redet er.
In seinen früheren Filmen interessierte sich Marc Bauder für die DDR, die Stasi, „Das System“. Auch hier geht es um ein solches, geschlossen und perfide. In der durchgehenden Erzählung des Protagonisten offenbart sich ein Paralleluniversum, das völlig autonom und abgekapselt von der „normalen“ Welt – die ihm ausgeliefert ist – existiert. Aus der Perspektive des Insiders geht es weniger darum, wie das Ganze ökonomisch funktioniert – am Ende werden wir wissen, dass dies niemand erklären oder verstehen kann –, sondern vor allem um die psychologischen, sozialen und kulturellen Mechanismen hinter dem Geschäft, das doch von Menschen gemacht wird. Vielleicht der einzige Ansatz, der Sinn macht.
Die eigentliche Herausforderung aber sind die Bilder. Bauder und sein Kameramann Börres Weiffenbach bewältigen sie bravourös, indem sie die virtuelle Welt des Finanzkapitals als Kathedrale der Macht visualisieren. Die Kamera erforscht akribisch die Architektur des Geldes vom Dach bis in die Tiefgarage, fährt über verspiegelte Fassaden, glänzende Oberflächen und riesige Konferenztische, durch „Trading Rooms“ und endlose Flure, die keinen Ausgang zu haben scheinen. Durch Einstellungen und Fahrten generiert sie eine sakrale Anmutung. Menschen gibt es nur im Draußen, weit weg, verzerrt und sehr klein.

Grit Lemke
Credits
Originaltitel: Master of the Universe
Land: Deutschland, Österreich
Jahr: 2013
Sprache: deutsch, englisch
Untertitel: englische
Laufzeit: 88 Minuten
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Marc Bauder
Produktion: Marc Bauder, Markus Glaser
Kamera: Börres Weiffenbach
Schnitt: Hansjörg Weißbrich, Rune Schweitzer
Musik: B. Fleischmann
Ton: Michel Klöfkorn
Buch: Marc Bauder
SHARE THIS FILM

Annotationsverweis
Die Texte zu den Filmen in den Wettbewerbsprogrammen Dokumentarfilm und im Internationalen Programm wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.