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Die Reise zum sichersten Ort der Erde


2013 DOK Leipzig, Internationales Programm Dokumentarfilm, Filmpreis "Leipziger Ring", DOK im Knast
Schweiz | 2013 | 100 Minuten | deutsch, englisch | deutsche Untertitel
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Die Reise zum sichersten Ort der Erde | Die Reise zum sichersten Ort der Erde


KATALOGTEXT
Während Edgar Hagen in seinen letzten Filmen Psychiatriepatienten begleitete, blickt er nun in die Abgründe einer geistig kranken Gesellschaft. Jener, die an eine sich zunehmend als unbeherrschbar erweisende Technologie glaubt und sie wider besseres Wissen fördert. Denn angeblich gibt es ihn, den sichersten Ort der Welt, an dem todbringender Atommüll über Hunderttausende von Jahren unschädlich gelagert werden kann.
In der Tradition des mittelalterlichen Schelms stellt Hagen sich dumm und möchte ihn sehen, diesen Ort. Er reist dazu um die ganze Welt, von der Schweiz nach Großbritannien, Deutschland, Schweden, China, Japan, in die USA, nach Australien und wieder zurück. Er schippert über Meere, durchquert Wüsten, stapft durch Wälder und Moore, erkundet das Innere von Bergen. Immer unwirklicher werden die Szenerien, immer weiter weg rückt der Gral. Hagen trifft Geologen und Atomlobbyisten, Umweltaktivisten, Stammesführer und Lokalpolitiker. Überzeugt von der Sache die einen, zweifelnd die anderen. Dabei ist immer viel von „Nachweisen“ und „grundsätzlicher Machbarkeit“ die Rede. Doch er fragt nach, scheinbar naiv. Mit dieser Erzählhaltung gelingt es ihm, sämtliche Rechtfertigungsstrategien der Atomindustrie geschickt als Konstrukt zu entlarven – in dem es schon lange nicht mehr um technische Möglichkeiten geht, sondern nur noch darum, das Unmögliche gut zu verkaufen. Ein Film über den Wahnsinn.

Grit Lemke
Credits
Originaltitel: Die Reise zum sichersten Ort der Erde
Land: Schweiz
Jahr: 2013
Sprache: deutsch, englisch
Untertitel: deutsche
Laufzeit: 100 Minuten
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Edgar Hagen
Produktion: Hercli Bundi
Kamera: Peter Indergand
Schnitt: Paul-Michael Sedlacek, Edgar Hagen
Animation: Bruno Conti
Ton: Jean-Pierre Gerth
Musik: Tomek Kolczynski
Buch: Edgar Hagen
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Annotationsverweis
Die Texte zu den Filmen in den Wettbewerbsprogrammen Dokumentarfilm und im Internationalen Programm wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.