Deutsch / English
Reset
v
v
v

Land in Sicht


2013 DOK Leipzig, Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm
Deutschland | 2013 | 93 Minuten | deutsch, englisch | englische Untertitel | Weltpremiere
Back to film list
Zurück
Land in Sicht | Land in Sicht

KATALOGTEXT
Mit dem Paradies ist das so eine Sache. Brian, ein Asylant aus Kamerun, hofft im Unterschied zu den Bibelkundlern, die ihn belehren wollen, auf das Diesseits – und das liegt eindeutig in Deutschland. Nur ist er ungünstigerweise vorläufig im brandenburgischen Bad Belzig gestrandet, das außer einer Amateurbauchtanzgruppe und einem Spielmannszug wenig Aufregung bereithält. Ein „nützliches“ Herkunftsland kann er nicht vorweisen – in Kamerun herrscht gerade kein Krieg, nur ein Mangel an Möglichkeiten. Ähnlich geht es dem jemenitischen Soldaten Abdul, der lieber im zivilen Leben Waffen tragen und im Security-Bereich arbeiten möchte. Farid aus dem Iran wiederum darf aus politischen Gründen nicht zurück, und ohne Aufenthaltsstatus kann er seine Familie nicht nachholen.
Drei Schicksale mit offenem Ausgang, die die beiden Regisseurinnen in ihrem vierten gemeinsamen Film gewohnt gründlich und über den Zeitraum eines Jahres begleiten: bei ihren Versuchen, die Sprachregelungen der Arbeitsagentur zu verstehen, den Behördendschungel zu durchschauen und zur Not eine deutsche Frau zu finden – am besten eine, die nicht nur das Bleiberecht garantiert, sondern auch kochen kann. Für den Film erweist sich Bad Belzig als Glücksfall, birgt die ostdeutsche Provinz in all ihren rührenden Bemühungen, den Fremdlingen helfen zu wollen, doch sehr viel komisches Potential. Gerade die interkulturellen Missverständnisse werfen ein erhellendes Licht auf unser deutsches „Paradies“, das nur auf Papier gegründet ist.

Cornelia Klauß
Credits
Originaltitel: Land in Sicht
Land: Deutschland
Jahr: 2013
Sprache: deutsch, englisch
Untertitel: englische
Laufzeit: 93 Minuten
Format: DCP
Farbe: Colour
Produktion: Sonia Otto, Arek Gielnik, Dietmar Ratsch
Regie: Judith Keil, Antje Kruska
Musik: Michael Beckmann
Kamera: Marcus Winterbauer
Schnitt: Calle Overweg
Buch: Judith Keil, Antje Kruska
Ton: Frank Bubenzer
Website:
SHARE THIS FILM

Annotationsverweis
Die Texte zu den Filmen in den Wettbewerbsprogrammen Dokumentarfilm und im Internationalen Programm wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.