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Super Women


2013 DOK Leipzig, Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm, Healthy Workplaces Film Award
Israel | 2013 | 79 Minuten | hebräisch, russisch | englische Untertitel | Internationale Premiere
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Super Women | Super Zhenshchiny


KATALOGTEXT
Einkaufswagen rasseln, die Kasse piept und über die Lautsprecher werden ewig Sonderangebote angepriesen. Allein akustisch ist es eine Zumutung, was die Kassiererinnen in einem Supermarkt in Tel Aviv permanent erdulden. Wer diesen Job macht, unterbezahlt und ganz unten in der Skala des sozialen Status, hat nicht viel zu verlieren – glaubt zumindest ihr Chef. Und bedrängt die Schichtleiterin unentwegt mit Vorschlägen und Anweisungen, wo man noch Lohn kürzen, Arbeitskräfte einsparen, das Konkurrenzdenken ankurbeln oder Arbeitszeiten flexibilisieren könnte. Während zugleich spürbar wird, wie sich die Schlinge um den Hals der Frauen – meist russische Migrantinnen und alleinerziehende Mütter oder 55 plus – zuzieht …
Yael Kipper und Ronen Zaretzky gelingt mittels präziser Beobachtung und Strukturierung eine Sozialstudie von großer Klarheit und Emotionalität. Momente der Intimität und Nähe, wenn die Frauen sich im Frühstücksraum oder rauchend am Lieferanteneingang über ihre Probleme austauschen, wechseln mit der Monotonie einer durchautomatisierten Arbeitswelt. In der die Frauen, die einst Julia, Maya, Nella, Ella und Levana waren, nur mehr billige menschliche Ressourcen sind. Nicht nur, indem er ihre Welt als das zeigt, was sie (auch) ist, nämlich großes Kino, gibt der Film ihnen ihre Würde zurück: In einem märchenhaft (und fiktiv) anmutenden Schluss erklärt sich der Titel „Super Women“, gegen die der Held mit dem „S“ auf der Brust ein blasses Männchen ist.

Grit Lemke
Credits
Originaltitel: Super Zhenshchiny
Land: Israel
Jahr: 2013
Sprache: hebräisch, russisch
Untertitel: englische
Laufzeit: 79 Minuten
Format: HDcam
Farbe: Colour
Produktion: Yael Kipper
Regie: Yael Kipper, Ronen Zaretzky
Musik: Eyal Shechter, Menny Barzilay
Kamera: Avigail Sperber
Schnitt: Tor Ben Mayor
Buch: Eyal Shechter, Menny Barzilay
Ton: Avigail Sperber
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Annotationsverweis
Die Texte zu den Filmen in den Wettbewerbsprogrammen Dokumentarfilm und im Internationalen Programm wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.