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Domestic Karaoke


2013 DOK Leipzig, Internationaler Wettbewerb für kurze Dokumentarfilme, Healthy Workplaces Film Award
Belgien | 2013 | 35 Minuten | französisch | englische Untertitel | Internationale Premiere
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Domestic Karaoke | Karaoké domestique


KATALOGTEXT
Eine dokumentarische Versuchsanordnung: Sechs Frauen, jeweils drei Hausangestellte und drei Hausherrinnen, die sich vor verschiedenfarbigen Hintergründen (rot, blau und gelb) über Hausarbeit und Hierarchien, Respekt und Status in der Gesellschaft, Gewohnheiten und Träume äußern. Ausschnitthafte Erzählungen von Arbeits- und Familienzusammenhängen generieren Montagearbeit im Kopf der Zuschauer. Lebensgeschichten entstehen vor dem inneren Auge.
Alle sechs Frauen im Alter zwischen 35 und 64 Jahren verkörpert die Filmemacherin Inès Rabadán selbst. Kostüm und Maske sind identisch, das heißt die Frauen, an deren Geschichten wir teilhaben, werden weder als Vertreterinnen ihrer Klasse (oder ihres Berufsstandes) noch als individuelle Charaktere kenntlich. Wir hören (und erfahren!) nur ihre Stimmen und sehen die großartige Arbeit der lippensynchronen und mimischen Aneignung der jeweiligen Persönlichkeit durch die Darstellerin-Regisseurin. Es scheint, als überführe Inès Rabadán die theoretische Skepsis Brechts gegenüber der Zuverlässigkeit der schlichten dokumentarischen Abbildung in filmische Praxis: „Eine Aufnahme der Kruppwerke oder der AEG ergibt beinahe nichts über diese Institute. Die eigentliche Realität ist in die Funktionale gerutscht. Um der Wahrheit willen ist also tatsächlich etwas aufzubauen, etwas Künstliches, Gestelltes.“

Ralph Eue
Credits
Originaltitel: Karaoké domestique
Land: Belgien
Jahr: 2013
Sprache: französisch
Untertitel: englische
Laufzeit: 35 Minuten
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Inès Rabadán
Produktion: Inès Rabadán
Kamera: Olan Bowland
Schnitt: Inès Rabadán
Musik: Alice Vande Voorde, Vera Cavallin
Ton: Thibaut Darscotte
Buch: Inès Rabadán
Website:
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Annotationsverweis
Die Texte zu den Filmen in den Wettbewerbsprogrammen Dokumentarfilm und im Internationalen Programm wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.