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Sickfuckpeople


2013 DOK Leipzig, Wettbewerb für junges Kino
Österreich | 2013 | 75 Minuten | russisch, ukrainisch | englische Untertitel | Deutsche Premiere
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Sickfuckpeople | Sickfuckpeople


KATALOGTEXT
Eigentlich sind sie noch Kinder, so, wie sie da auf dem Karussell kichern – ein Traumbild nur. Die Realität sieht anders aus. In verrotteten Kellern suchen sie im Müll nicht nur nach irgendetwas Verwertbarem, sondern sie leben auch in dem Dreck. Hier kochen sie sich Suppe, rauchen, schnüffeln und spritzen alles, was geht. Ein traurigeres Bild von Armut sah man selten.
Einem Triptychon gleich, hat der ukrainische Regisseur Juri Rechinsky den Film in drei Kapitel gegliedert. Das erste ist mit „Kindheit“ überschrieben und erzählt von etwas, das es für diese Straßenkinder in Odessa nie gab. Im zweiten Part reist der Regisseur mit einem der Jugendlichen durch die verschneite Landschaft in jenes Dorf, wo der Junge seine Mutter zu finden hofft. Aber so, wie es keine Kindheit gab, so gibt es auch kein Zuhause mehr. In dem Dorf haben Alkoholismus und ein ebenso zynischer wie verrohter Umgang miteinander alles Menschliche unter sich begraben. Im dritten Teil „Liebe“ wird dem Triptychon mit der Geschichte von Dennis und Anna eine beinahe biblisch anmutende Kadenz hinzugefügt. Die beiden, die nur noch lallen können, so zugedröhnt sind sie, leben in einer Ruine und erwarten ein Kind. Sie teilen sich ein Paar Schuhe – für mehr reicht es nicht.
In diesem Debütfilm richtet Regisseur Rechinsky seine Kamera auf jene, die von der ukrainischen Gesellschaft nicht nur ausgestoßen sind, sondern für die auch keine Rückkehr mehr vorgesehen ist. Dies tut er konsequent. Über mehrere Jahre hält er den Kontakt, dem Zuschauer erspart er nichts – ein einziger Albtraum nur.

Cornelia Klauß
Credits
Originaltitel: Sickfuckpeople
Land: Österreich
Jahr: 2013
Sprache: russisch, ukrainisch
Untertitel: englische
Laufzeit: 75 Minuten
Format: DCP
Farbe: Colour
Produktion: Franz Novotny, Alexander Glehr
Regie: Juri Rechinsky
Musik: Anton Baibakov
Kamera: Alex Zaporoshchenko, Serhiy Stetsenko
Schnitt: Juri Rechinsky
Buch: Juri Rechinsky
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Annotationsverweis
Die Texte zu den Filmen in den Wettbewerbsprogrammen Dokumentarfilm und im Internationalen Programm wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.